Geschichte

Familie und Schloss Merode

Die Familie von Merode wird im Jahr 1174 erstmals urkundlich erwähnt.

Kaiser Friedrich Barbarossa betraute 1170 den aus Kerpen stammenden Reichsdienstmann Werner mit der Verwaltung des königlichen Hofguts zu Echtz. Von hier aus ließ er in der Nachbarschaft, in der Übergangszone zwischen der von der Rur durchflossenen fruchtbaren Lößplatte und den bewaldeten Eifelausläufern, an der Stelle des heutigen Schlosses, einen Sitz auf einer Rodung anlegen, nach der er sich bereits 4 Jahre später benannte. In Maastricht trat er am 11. April 1174 erstmals als Werner de Rode urkundlich auf.

Aus dem lateinischen „de Rode“ und dem mittelhochdeutschen „van deme Rode“, übersetzt „von meiner Rodung“ leitet sich der heutige Name „von Merode“ ab.

Die «Herrschaft Merode» entwickelte sich bis zum 13. Jh. und umfasste damals die Dörfer Echtz, Geich, Obergeich, Konzendorf, Schlich, D’horn und Merode. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Klosters Schwarzenbroich durch Werner V. von Merode (1340). Im Jahre 1473 wird Johann I. von Merode von Kaiser Friedrich III. (1452-1493) in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Durch seine Heirat wird Johann V. Besitzer der Herrschaft Westerloo (Provinz Antwerpen) und somit Begründer der jetzt noch auf dem Schloss wohnenden Linie „von Merode- Westerloo“. Stammsitz dieser Linie wurde die Wasserburg Westerloo (Belgien), während Schloss Merode nur noch vorübergehend bewohnt wurde. Es schlossen sich erste Zerfallserscheinungen an den Gebäuden an, die in der Zeit um 1700 umfangreiche Restaurierungsarbeiten notwendig machten.

Durch den Einmarsch französischer Revolutionstruppen 1794 endete die Verfassung in der Herrschaft Merode und damit auch die Hörigkeit der Bauernschaft. Die dem Schloss zugeschriebenen Ländereien wurden nun an die Landwirte der Herrschaft verpachtet. Umfangreiche Erneuerungsarbeiten am Schloss wurden in den Jahren 1901 – 1903 vorgenommen. So wurden der Südflügel und der Torbau neugestaltet, die Vorburg abgerissen.

1929 wurden die Reichsgrafen von Merode, Markise von Westerloo, Fürsten von Grimbergen, Rubembré und Everberg durch das belgische Königshaus auch mit dem Namen Merode in den Fürstenstand erhoben. Zu dieser Zeit gehörte das Schloss mit seinen aus verschiedenen Epochen stammenden Bauelementen mit so viel Fenstern wie Tagen, Türen wie Wochen und Türmen wie Monaten eines Jahres zu den schönsten Wasserschlössern im Rheinland.

Vom 16.-18. November 1944 lag Merode unter schwerem Artilleriebeschuss. Schloss und Ortschaft wurden bis zur Einnahme durch die Amerikaner am 10. Dezember 1944 Mittelpunkt vernichtender Panzerkämpfe. Die im Keller unter der Schlosskapelle in Sicherheit gebrachten Dorfbewohner erlebten dabei den Einsturz des Turmes über ihren Köpfen. Niemand derer, die sich im Keller aufhielten, wurde verletzt, das Corpus und das heilige Sakrament blieben unversehrt, man kann von einem Wunder sprechen. Der aus der Evakuierung zurückkehrenden Bevölkerung bot sich im Frühjahr 1945 ein Bild des Grauens. Nahezu das gesamte Dorf und damit auch Schloss Merode waren komplett zerstört. Der Wiederaufbau des Schlosses zog sich über zwanzig Jahre, wobei auf den Aufbau des Nordwestturms und einen Großteil des Nordflügels verzichtet wurde. Im Juni 2000 wurde das Schloss erneut von einer Tragödie eingeholt, ein Großbrand zerstörte es in weiten Teilen. Die Wiederaufbauarbeiten dauern bis heute an. 2001 wurde der Förderverein „Wiederaufbau Schloss Merode“ gegründet und unterstützt bis heute tatkräftig.

Seit 2009 finden verschiedene Veranstaltungen statt, wie z.B. Konzerte, Garten-Lifestyle-Tage und der über die Region hinaus beliebte „Romantische Weihnachtsmarkt“. Gemeinnützige Aktivitäten und soziale Projekte der Prinzen von Merode werden im Rahmen des ‘Mécénat Merode’ unterstützt.

Das Schloss wird privat bewohnt und unterhalten

Schloss Merode

Das ursprüngliche Stammhaus aus dem 12. Jahrhundert, das jetzige Schloss Merode in Merode (Langerwehe), befindet sich im Privatbesitz von Charles-Louis Prinz von Merode und dessen Familie.

Wappen

aktuelles Wappen des Familienoberhaupts.